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Der moderne Hufschmid
Wir über uns... über uns
Der moderne Hufschmied
 






















Wir stehen Ihnen gerne für nähere Informationen zur Verfügung:

Casa de Filler
Großreichenbach 17
A-3931 Schweiggers
Tel/Fax +43 (0)2829 8305
friends@casa-de -filler.at

 


Eine skurrile Geschichte im Alltag eines Hufschmiedes!

Der Schauplatz: Irgendwo im Waldviertel bei einem 3 tägigen Spring- und Dressurturnier, daß ich jahrelang für den Reitverein gratis als Turnierschmied betreut habe.

Der Anlaß: Ein verlorenes Eisen, eines Gespannes des Nachbarvereines, das zu Besuch zum Turnier kam.

Zum Ablauf: Mir wurde ein Eisen in die Hand gedrückt und gebeten dieses Eisen auf den Huf zu nageln. Ich sah schon skeptisch auf die langen Hufe und schnitt ewas den Strahl nach und raspelte den Huf glatt. Indessen erzählte mir der Besitzer stolz, daß sie gemeinsam letzte Woche in Ungarn ca. 1000 km gefahren waren.

Ich fragte nochmal nach:"Mit diesem Gespann?". Und es wurde mir nochmal bestätigt! Ich wollte nun das Eisen auf den Huf legen. Links und rechts vom Eisen ragte aber der Huf noch ca. 1,5 cm über das Eisen. "Das Eisen war aber nicht auf diesem Huf." stellte ich fragend fest. Es wurde mir aber bestimmt versichert "Das ist das verlorengegangene Eisen!".

Ich nagelte das Eisen so gut es ging auf den Huf und fragte, ob ich die Pferde fotografieren kann. Das wurde mir erlaubt.

Es gingen dann alle ihrer Wege und jeder genoss den schönen Sommertag. Am nächsten Tag nach dem Turnier war ich wieder im Stall arbeiten. Da fragte mich die Stallbesitzerin: "Hast Du nicht das Trabergespann gesehen mit den wahnsinnig langen Hufen? Das ist doch schlimm!". "Aber natürlich, hab ja ein Eisen aufgenagelt."

In den nächsten Tagen und Wochen sprachen mich immer mehr (Pferde)leute auf das Trabergespann am Turnier an. Denn das Turnier fand an den Pfingstfeiertagen statt und hatte viele Besucher. Letztendlich sprach ich mit dem "Mitfahrer" oder "Auchfahrer". Er erzählte mir, daß die Menschen in Ungarn sie immer wieder auf die langen Hufe angesprochen haben: "Mußt Du nehmen Hacke und mußt Du Huf weg machen". Aber auch er setzte sich auf den Kutschbock und trieb das Gespann durch Ungarn.

Dies brachte mich dann dazu, doch den Amtstierarzt (der ja auch Pferdebesitzer ist) auf diesen Mißstand in seinem Zuständigkeitsbereich aufmerksam zu machen. "Am besten Du zeigst alles bei der Polizei an, dann geht schon alles seinen Weg.". Seine kurze Antwort.

Das hat mich noch einmal zum Überlegen veranlaßt. Aber es haben alle (Pferde)leute über den Zustand des Gespannes geschimpft. Da muß man doch etwas unternehmen. Als Hufschmied muß man in solchen Fällen besonders vorsichtig sein, da man sonst vielleicht gar nicht mehr zu "vernachlässigten" Tieren geholt wird.

Egal. Ich ging zur Polizei und machte eine Anzeige auf Verdacht auf Tierquälerei. Paralell habe ich auch den Pferdeschutzverband informiert. "Welcher Amtstierarzt ist für diesen Fall zuständig?" War die erste Frage des Pferdeschutzverbandes. "Oh jeh, den Amtstierarzt kennen wir schon, das wird schwierig werden" war die Feststellung.

Aber ab jetzt ging Alles den "Amtsweg".

Die Fotos wurden vom Pferdeschutzverband zur Begutachtung an die Uniklinik z.Hd. Prof. Stanek geschickt.

Ich habe dann lange Zeit nichts mehr gehört.

Als das Turnier nächstes Jahr wieder näher kam, wurde ich vom Kassier des Vereines wieder bezüglich einer Pokalspende angesprochen. "Warum Du nicht mehr Turnierschmied bist hast Du sicher schon gehört!". "Nein". "Wegen der Anzeige des Pferdebesitzers vom Nachbarverein letztes Jahr, hat Dich der Verein als Turnierhufschmied abgesetzt.". Na das war heftig. Na auch gut. Habe ich ein langes Wochenende an dem ich keine Arbeit habe!

Als Hufschmied hat man die verschiedensten Kunden. Dabei auch eine Kundschaft, die bei Gericht arbeitet. Der Akt war schon geschlossen.

Am Stammtisch und hinter vorgehaltener Hand ist es doch am schönsten schimpfen. Und wenn jemand was unternimmt, hält man natürlich fest zusammen. Es ist schon schön, wenn (Pferde)leute so zusammenhalten. Sie wollen doch alle nur das Beste für ihre Tiere.